← JournalPERSPECTIVESSchweizVol. 01 — 2026

Wenn Arbeit und Leben den Ort wechseln.

Ein Monat in der Schweiz – leben, arbeiten und erleben, was sich verändert, wenn der eigene Arbeits- und Lebensort für eine Zeit ein anderer wird.

TextSabine Schmidt — Persönlichkeits-Entwicklerin · Sparrings-Partnerin · Wirtschafts-Mediatorin

Frankfurt am Main

  • Schweiz
  • Arbeitsort
  • Lebensort
  • Erfahrung
Balkon mit Holzdeck, weißer Bank und Blick ins Grüne – Arbeits- und Lebensort Schweiz
Ein Ort zum Verweilen · Schweiz

Ich verbringe einen Monat in der Schweiz – zwischen Holzbalken, offener Küche und dem Blick auf See und Berge. Wenn der Arbeitsplatz zum Lebensort wird, verändert sich nicht nur mein Tagesrhythmus. Es verändert sich, was ich wahrnehme, wie ich begegne und welche Ideen Raum bekommen.

Sonst bin ich in der Metropolregion Frankfurt unterwegs – zwischen Terminen, Bürogebäuden und dem Rhythmus einer Stadt, die selten zur Ruhe kommt. Dort lebe und arbeite ich, dort sind meine Kunden, mein Netzwerk, mein Alltag. Der Kontrast zu meinem Monat in der Schweiz könnte nicht größer sein.

Ich wollte ein neues Modell ausprobieren: Urlaub machen und dennoch arbeiten. Als selbständige Coachin fällt es mir schwer, komplett abzuschalten – ich arbeite gern, denke gern nach, entwickle gern Ideen. Also habe ich beides miteinander verbunden. Und genau das funktioniert überraschend gut.

Was mir daran so gut gefällt: Ich muss nicht wählen zwischen Erholung und Produktivität. Der Ort trägt beides. Drinnen finde ich einen warmen, geschützten Rahmen – Holz, Licht, eine Küche, die zum Verweilen einlädt. Draußen öffnet sich der Blick: See, Berge, Grün. Dieses Wechselspiel zwischen Halt und Weite ist es, das mein Denken leichter macht und meine Arbeit gleichzeitig tiefer werden lässt.

Warum brauchen wir Menschen überhaupt Veränderung? Ich glaube, weil wir sonst stehenbleiben – in Gewohnheiten, Mustern, einer festen Sicht auf uns selbst. Veränderung heißt nicht, alles hinter sich zu lassen. Sie heißt, einen neuen Blickwinkel einzunehmen und sich selbst neu zu begegnen. Die Räume, in denen wir uns aufhalten, können das unterstützen oder verhindern. Ein Raum mit Licht, Holz und Aussicht öffnet etwas in uns. Ein Raum, der nur funktioniert, macht uns manchmal kleiner, als wir sind.

Und eine neue Idee ist mir schon gekommen: Retreats für Führungskräfte abseits von Metropolen anzubieten. Nicht damit sie Veränderung nur verstehen, sondern damit sie sie mit allen Sinnen wahrnehmen. Weil echte Veränderung erst beginnt, wenn Kopf und Körper am selben Ort ankommen.

Was mich außerdem begeistert: Ein solcher Ort schafft ganz natürlich ein anderes Netzwerk. Weg vom beruflichen Alltagstrott, vom Smalltalk auf Konferenzen, vom schnellen Kontakt-Austausch. Hier begegnen sich Menschen, die sich bewusst Zeit nehmen. Sie kommen aus unterschiedlichen Welten, bringen unterschiedliche Perspektiven mit – und genau darin entsteht der Mehrwert. Nicht mehr Kontakte um jeden Preis, sondern echte Verbindungen.

Wenn ich das mit Metropolitan verbinde, wird mir klar: Hier geht es nicht nur um schöne Räume, sondern um die Frage, wie wir leben und arbeiten wollen. Ein Ort wie dieser wäre der perfekte Rahmen, um genau darüber ins Gespräch zu kommen – über Lebens- und Arbeitsräume, über Begegnung und neue Perspektiven.

Offene Küche mit Holzbalken, Kücheninsel und Blick auf die Terrasse
Küche in der Schweiz · Ort zum Arbeiten und Begegnen
See mit Spiegelung von Wolken und Bergen, umgeben von Wiesen und Häusern
Blick auf See und Berge · Schweiz
Sabine SchmidtAutor:in

Sabine Schmidt

Persönlichkeits-Entwicklerin · Sparrings-Partnerin · Wirtschafts-Mediatorin

Frankfurt am Main

Viele Jahre war Sabine Schmidt bei Sanofi als Leiterin Personalmanagement und Personalentwicklung tätig. Heute begleitet sie Führungskräfte und Organisationen in herausfordernden Situationen – mit Schwerpunkten auf Führung, Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und Konfliktklärung.

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